Gedanken zwischen Himmel und Erde

 
 
Wann wird endlich Frieden in unserer Welt sein?
Papst Johannes Paul II. sagte einmal: „Der Krieg ist nie ein Mittel wie andere, das man zur Beilegung von Auseinandersetzungen zwischen Nationen einsetzen kann. Er ist nie ein unabwendbares Schicksal. Er ist immer eine Niederlage der Menschheit“
Diese Worte sind heute von großer Aktualität. Die Ereignisse in unserer Welt überschlagen sich in beunruhigendem Tempo. Angesichts der Kriege, der Gewalt und des Leids, unter denen so viele Menschen leiden, fragen wir uns: Wann werden die Waffen endlich schweigen?
Was unsere Welt heute erlebt, war sicherlich nicht der Plan Gottes. Gott hat jeden Menschen nach seinem Bild geschaffen. Er hat unsere Erde in ihrer Vielfalt und Schönheit geschaffen. Er wollte, dass sie für alle eine bewohnbare und friedliche Heimat ist. Er wollte, dass jeder Mensch für den anderen ein Segen und keine Bedrohung ist und dass jeder Mensch Leben und Zukunft haben kann.
Heute hat die Welt eine solche Richtung genommen, dass wir uns mit aller Ernsthaftigkeit an diesen großen Traum Gottes für die Menschheit erinnern müssen.
Als Christen glauben wir, dass Frieden noch möglich ist. Angesichts von Krieg und Gewalt dürfen wir uns nicht mit Resignation abfinden. Vielleicht haben wir nicht die Macht, die großen Entscheidungen zu treffen, die den Lauf der Geschichte verändern. Aber wir können dort handeln, wo wir leben. Denn der Friede beginnt auch in unseren eigenen Herzen.
Wenn wir die Haltung des Hasses ablehnen und einen Schritt auf den Menschen zugehen, der anders ist als wir, lassen wir den Frieden bereits in unserer Umgebung wachsen.
Wir können auch für den Frieden beten.
Der Oktober ist traditionell der Monat des Rosenkranzes. In Fatima stellte sich Maria als „Königin des Rosenkranzes“ vor und lud die Menschen zum Gebet und zur Umkehr ein. Ihr Ruf gilt auch uns heute. Vielleicht ist dies für uns eine schöne Gelegenheit, das Gebet des Rosenkranzes neu zu entdecken. Warum nehmen wir uns in diesem Monat nicht ein paar Minuten Zeit, um ein Gesätzchen oder einen ganzen Rosenkranz für den Frieden zu beten? Allein, in der Familie, mit Freunden oder gemeinsam in unserer Kirche.
Der Rosenkranz ist keine Zauberformel. Aber er kann unsere Herzen verändern. Und wenn sich die Herzen verändern, kann sich auch die Welt verändern.
Wir können auch dieses schöne Gebet beten, das dem heiligen Franz von Assisi zugeschrieben wird:
Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens:
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr lass mich trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe,
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen (GL 19, 4)
 
Einen gesegneten Rosenkranzmonat wünsche ich Ihnen allen!
                                                                                                  Pater Yves Irakoze, Vikar